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  • Britta Bonten

Fällst du auch auf Social Proof rein?

Aktualisiert: 29. Jan.

Kennst du die Situation? Eben angekommen, flanierst du mit knurrendem Magen durch den Urlaubsort und suchst ein nettes Restaurant! Welches wählst du aus: Das gut besuchte mit vielen Gästen oder das, bei dem du jeden Tisch haben könntest?

 

Genau. Wie die meisten von uns vertrauen wir der Mehrheit! Nach dem Motto: Dort, wo sich viele Menschen tummeln, muss das Essen gut sein.


Alle Schafe rennen in eine Richtung
Thanks to David Griffiths for his photo on unsplash!

Dieser Denkfehler #2 heißt Social Proof. Er bezieht sich auf die menschliche Tendenz, das Verhalten der Mehrheit als Maßgabe für das eigene Handeln zu erachten.




Das geschieht meist unbewusst. 95 Prozent der Menschen folgen der Herde, nur 5 Prozent machen den ersten Schritt – laut Verkaufsexperten Robert Cavett.

 

Diese Neigung basiert auf dem menschlichen Verlangen, sich in Gruppen zu integrieren und der Mehrheit zu folgen. Wenn alle vor dem heranspringenden Säbelzahntiger geflüchtet sind, war es überlebenswichtig, selbiges zu tun.

 

Alle unter uns, die schon mal auf ein gut besuchtes Touri-Nepp-Restaurant hereingefallen sind, werden bestätigen:

Die Mehrheit kann richtig liegen, muss aber nicht!

 

Employer Branding funktioniert ebenfalls auf Basis des Denkfehlers Social Proof, denken wir an Bewertungsportale wie kununu, Corporate Influencer oder Social Media Share:

  • trotz durchwegs positiver Bewertungen, muss der „most wanted“ Arbeitgeber nicht zwangsläufig zu dir passen

  • Bewertungen (ob positive oder negative) müssen nicht stimmen, zu groß kann der Fake-Anteil sein

  • selbiges gilt auch bei Stimmen von Corporate Influencer oder Empfehlungen von Mitarbeitenden – nur weil viele super gerne beim Arbeitgeber XYZ arbeiten, heißt es nicht, dass es dir zwangsläufig genauso gehen muss (und umgekehrt)

  • auch die Anzahl von Unternehmens-Likes oder -Follower ist mit Vorsicht zu genießen

  • bezogen auf Mitarbeitende kann es heißen, dass wenn ein Arbeitgeber ausschließlich Teams mit Young Professionals aus der GenZ beschäftigt, lässt er womöglich das Potenzial (alters-)diverser Teams sausen

 

Mein Tipp:

  • bleibe kritisch und verschaffe dir am besten selber ein Urteil über das Unternehmen: Wie kommuniziert die Company mit dir? Wie gehen die Menschen mit dir um, z. B. im Service? Fühlt sich die Candidate Journey gut an?

  • Quantität sagt meist nichts über die Qualität aus

  • gemischte, d. h. vielfältige Teams arbeiten wissenschaftlich produktiver - das Recruiting sollte möglichst viele Personenkreise adressieren

  • ein genereller Life Hack zu Social Proof: in Ausnahmesituationen wie z. B. einem Unfall o. ä. raten Wissenschaftler dazu, erst einmal ein paar Augenblicke innezuhalten und über den nächsten sinnvollen Schritt KURZ nachzudenken, statt blindlings der Masse zu folgen – das war ein Ergebnis nach der Brandkatastrophe am Kizsteinhorn in Kaprun in den Nullerjahren (ein Großteil der Opfer war fatalerweise zum oberen Tunnelende gerannt)

 

Fazit: Für eine bessere Urteilsfähigkeit bleibe lieber kritisch und hinterfrage Aussagen, Bewertungen etc. und bilde dir selber deine eigene Meinung! Die Masse kann richtig liegen, muss es aber nicht.

 



 

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