• Britta Bonten

An die Stifte-fertig-los: So findest du deine individuelle Schreibroutine

Aktualisiert: 17. Feb.

geschrieben für das Blog start writing von Penoblo, zuerst erschienen am 12.12.2021

 

Willst du anfangen, regelmäßig zu schreiben? Zum Beispiel mit einem Tagebuch oder Bullet Journal? Oder hast du bereits versucht, eine Schreibroutine zu entwickeln? Und nach anfänglichem Eifer verdrängte das Hamsterrad wieder dein Vorhaben und aus Schreibroutine wurde Schreibfrust?


Image by Kelly Tungay on Unsplash.


 

Egal, ob du wiederholt oder neu ins tägliche Schreiben eintauchen möchtest, mit unseren Tricks & Tipps kannst du deine individuelle Schreibroutine finden.


Hör‘ auf dich auf dem Weg zur Schreibroutine

Zwei Parameter sind ausschlaggebend: dein Biorhythmus und Tagesablauf. Chronobiologen kennen drei Typen: Lerchen (Frühaufsteher), Eulen (Nachtmenschen) und Normaltypen, wie die meisten von uns. Wir haben alle eine innere Uhr: Während Lerchen den Wurm schon im Schnabel gefangen haben, laufen Eulen erst ab abends zur Höchstform auf! Es kommt also erstens darauf an, welchen Tag-Nacht-Zyklus du hast (wann du aufstehst, fit und leistungsfähig bist) und zweitens, welchen Tagesablauf du hast. Arbeitest du zu denselben Zeiten oder im Schichtdienst, bist du zeitlich durch andere(s) fremdbestimmt oder kannst du über Ort und Zeit deiner Aktivitäten selber bestimmen? Zusammen entscheiden diese beiden Parameter deine möglichen Freiräume, in denen du das Schreiben für dich so selbstverständlich und routiniert ausüben kannst wie das tägliche Zähneputzen. Schau‘ genau und finde deine Slots fürs Schreiben.


Mehr als nur eine Schreibmethode

Du kannst entspannt sein: Es gibt nicht DIE eine oder beste Schreibmethode. Aus einer breiten Palette unterschiedlicher Schreibformate kannst du deinen Liebling auswählen: Was spricht dich an, was taugt dir und verleiht dir Leichtigkeit und Lust aufs Schreiben? Anhand eines Tagesablaufs skizzieren wir, welche Schreibgewohnheiten zu welchen Zeiten passen. Das hilft dir, deine ideale Schreibroutine zu gestalten…


Die Kraft des morgendlichen Schreibens

Warum nicht gleich nach dem Weckerläuten im Bett bleiben und den Tag mit Morgenseiten wachkitzeln? Wenn du morgens zunächst dein Hallo-wach-Ritual im Bad und anschließend ein Heißgetränk brauchst, kannst du die Morgenseiten auch an deinem Lieblingsplatz schreiben. Denn wissenschaftlich betrachtet sind die ersten drei Stunden des Tages unsere produktivste Zeit (laut Ron Friedman, US-Arbeitspsychologe und Motivationsexperte), die du damit effizient nutzen kannst.


Wer frühmorgens nur ca. 10-15 Minuten fürs Schreiben nutzen möchte, dem bietet sich Journaling an. Hierbei notierst du vor Arbeitsbeginn alles in ein Heft, das dir zu einer speziellen Fragestellung (zur Lösung eines Problems, einer Aufgabe) einfällt – achtsam und mit innerer Stimme, frei von Kritik und Bewertung. Auch hierbei gibt es kein Richtig oder Falsch – schreib wie du willst: stichpunktartig, in ganzen Sätzen oder auch nur in Kleinbuchstaben. Es ist völlig egal, denn weder die Leute aus der Duden-Redaktion noch eine andere Person schaut in deine Aufzeichnungen!


Seit einigen Jahren erfährt das Bullet-Journal (BuJo) besondere Beliebtheit. Ein BuJo ist eine bunte Mischung aus Planungstool, Zielsetzung, Kalender, Notizbuch und Sammelstelle für Listen aller Art. Der Morgen ist grundsätzlich für die konzentrationsintensivsten Aufgaben (sogenannte A-Aufgaben) am besten, so das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation.


Mahlzeit! Powernotes als mittägliche Schreibroutine

Du hast dein Mittagessen halbwegs heruntergeschluckt und eine sich breitmachende Müdigkeit durchzieht Geist und Körper! Anstatt eines Powernap, versuche es doch mal mit Powernotes (5 min). Das fokussierte und kurze Notieren von motivierenden Stichpunkten hat die Kraft eines Espressos (oder Doppio)! Hierbei manifestierst du erreichte Ziele und Erfolge. Gleichzeitig wird dein Geist durch das Fokussieren wieder wach.


Ein Zwischenhoch für regelmäßiges Schreiben

Meist erleben wir am Nachmittag ein Zwischenhoch unserer Leistungsfähigkeit! Unser Langzeitgedächtnis erlebt eine Hochphase und auch manuelle Arbeiten gelingen leicht. Ideal für sogenannte B-Aufgaben. Warum nicht diese Energie für deine Schreibroutine nutzen, zum Beispiel mit einer Einheit Brainstorming oder gedanklichen Vorbereitung auf vor dir liegende A-Aufgaben?


Eine Übersicht über Erledigtes und Erlebtes: Time-Log

Für manche kann es auch sinnvoll sein im Laufe des Tages ein kleines Time-Log zu führen. In dieses wird jede Aufgabe, jede Aktivität und jede eingelegte Pause des Tages auf die Minute genau dokumentiert. So wird auf einmal sehr deutlich, für was man seine Zeit täglich nutzt. Vor allem für Menschen, die mit mangelndem Selbstwertgefühl zu kämpfen haben oder an ihrer eignen Produktivität zweifeln, kann ein Time-Log sehr nützlich sein.


Schreibmethoden für den Abend

Für diejenigen, die ihren Arbeitsalltag am Schreibtisch lassen wollen, eignet sich ein Fazit des Tages in übersichtlicher Kurzform. Der Übergang von work auf life kann mit dieser Schreibmethode leichter gelingen, weil wir durch das Reflektieren den Arbeitstag Revue passieren lassen. Die Kurz-Notizen helfen uns zweifach: Sie bereiten uns vor auf den Feierabend, versetzen uns am nächsten Morgen mit einem Blick dahin, wo wir gestern aufgehört haben.

Parallel dazu eignet sich für manche ein Tagebuch, die auf der persönlichen Ebene eigene Erlebnisse und Besonderheiten der Tage festhalten möchten. Diese Schreibroutine erfordert meist etwas länger als 5 Minuten.


Das schreibende Betthupferl: Dankbarkeitstagebuch

Mit einem Dankbarkeitstagebuch gelingt uns ein positiv stimulierender Tagesrückblick. Aus der positiven Psychologie wissen wir, dass Dankbarkeit Glückshormone freisetzt. Täglich praktiziert, führt diese Schreibmethode langfristig dazu, Stress zu reduzieren und dein Wohlgefühl zu steigern.


Der Weg zu deiner Lieblings-Schreibroutine

Geduld mit uns selber ist der Schlüssel, um regelmäßig in den idealen Schreibkosmos einzutauchen. Jeder Tag ist anders, unser Gefühlsbarometer zeigt nicht immer auf Sonnenschein und der Tag gestaltet sich oft anders als gedacht. Daher bleiben wir entspannt, wenn es mal nicht klappt. Das Gute: Es gibt kein Richtig und Falsch, kein Schiedsgericht und keine starren Regeln. Probiere das ein oder andere Schreibformat einfach aus. Fühlt sich deine erste Wahl ungut an, zögere nicht, eine andere Methode zu versuchen. Wirf‘ aber nicht gleich den Stift in die Ecke. Sei geduldig mit dir und versuche die ersten (oder zweiten) regelmäßigen Schreibschwünge: zum Beispiel bei unserer Challenge!




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