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  • Britta Bonten

Erster Halt: Buenos Aires - Hauptstadt und Stolperfallen


Von der wilden Feierei um Messi & Co. erzählen nur noch verblasste, lustlos herunterhängende Fahnen in Himmelblau -Weiß, die vereinzelt aus Fenstern wehen. Sehr vereinzelt. Wir hätten mehr vom Messi(as)-Enthusiasmus erwartet!


Die Stadt begrüßt uns mit einer interessanten Mischung aus Tristesse - vergilbte und schäbige Fassaden der Vorstadthochhäuser erinnern an die 80er im Ruhrgebiet -, Aufbruchstimmung - kaum eine Straße, an und in der nicht gebuddelt wird - und eine gewisse Munterkeit - überwiegend keine unglücklichen Menschen, die unbekümmert zu sein scheinen.


Rückblende: Uns kommt der Flug mit Iberia von München nach Madrid wie eine halbe Ewigkeit vor; dabei war es doch erst gestern! Am 12. Januar. Weiter ging es mit ca. 300 weiteren Passagieren auf dem Nachtflug 13 Stunden quer über den Atlantik. Atemberaubende Morgenröte inklusive.


Leider auch atemberaubende Düfte der Mitfliegenden. Hätte es keine Maskenpflicht gegeben, wir hätten sie freiwillig aufgesetzt!

Und noch ein Vorteil: Ich habe sie zusätzlich als Schlafmaske genutzt, wenn wieder mal ein Depp das WC halb offen ließ und das kalte Licht blendete!


Wie sagte C: Man kommt seinen Mitmenschen unfreiwillig sehr nah. Zu nah. Das will niemand: Wenn neben dir im Gang ein 150 kg Koloss seine Unterhose im Lendenbereich hochzieht, dazu sein T-Shirt lüftet (liftet wäre nur halb so schön!) und auch noch IN die Hose greift... Herrlich! NICHT!



Aber auch das sind die Begleiterscheinungen einer solchen Reise, die wir noch schmunzelnd hinnehmen. Feststeht schon jetzt: Es ist nix für zartbesaitete Wesen....


Auf Tuchfühlung mit der Hauptstadt gehen wir so richtig bei einem ersten Spaziergang von unserem Hotel aus durch San Telmo - einer der zig Stadtteile! Lebendig, an vielen Stellen heruntergekommen, Kioske an jeder Ecke, Restaurants, kleine Einzelhändler, deren Läden noch verschlossen sind. Siesta.


Halb verhungert landen wir in einem extrem hübschen Restaurant, in dem wohl lt. unserem Rezeptionisten Alberto auch schon Barack Obama essen war. Extrem lecker, nicht teuer. zuvorkommendes Personal (bevor uns die beiden Ober uns an einen anderen Tisch bitten, legen sie mir ein Tischtuch um die Schultern, da mir die Klimaanlage ins Genick bläst) und ein fantastisches Ambiente: Es ist eine ehemalige Metzgerei und Schlachterei - Eisenhaken für Schinken & Co. erzählen davon. Das Essen ist ein Traum und das zu verträglichem Preis!


Sonstige Auffälligkeiten? Die grauen Poller oder Straßenpfosten sehen aus wie Bomben oder Bleistiftspitzen, die aus der Straße ragen; extreme Armut herrscht hier, weil viele Arbeiter auf der Straße leben, aus Müll das noch letzte Verwertbare sammeln, Menschen mit NICHTS auf dem nackten Boden liegen, viel Kaputtes, Abgewracktes, das einfach brach liegt und auch niemanden zu interessieren scheint.

Wir stolpern und torkeln irgendwie halb in Trance zwischen Müdigkeit, geistiger Erschöpfung und überfüllt von Wahrnehmungen der besonderen Art zurück zum Hotel - und nein, wir haben zum Lunch KEINEN Alkohol getrunken - mit den Augen immer am Boden, denn jeder Bürgersteig könnte irgendwo aufgerissen, brüchig, uneben sein oder fehlende Pflastersteine haben. Wahrscheinlich sieht unser Gang nach strammen 2.0 Promille aus!


To be continued.


bb





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